Zirkus

Am Rande eines Parks gastiert in Sofia der Zirkus Colosseum. Kamele, Pferde und dressierte Hunde werden durch die Manege geführt. Der Akrobat jongliert in der Dunkelheit und reißt zu Beginn die Karten ab. Jetzt schwingt seine Partnerin durch die Zirkuskuppel. Später fährt sie auf einer weißen Pferdekutsche mit fünf Tauben durch die Manege und winkt ihrem Publikum zu. Das Licht wird gedimmt und die LED Lichter ihres Gefährts blinken zu bulgarischer Chalga Musik in rot, blau und grün. Alle klatschen andächtig. Über dem Zirkuszelt steigt der Vollmond hinter schnellen Wolken auf. Es beginnt zu Regnen und die Besucher eilen nach der Vorstellung davon.

Vorstadt

Vor einigen Jahren war der heutige Sofioter Stadtteil Simeonovo noch ein Dorf. Viele Tiere lebten in den Gärten. Auch heute stehen noch Kühe auf den Straßen des Viertels. Ein etwa achtjähriger Junge folgt dem Pferd schnellen Schrittes den Berg hinauf.

Iztok

Meine Tochter zeigt mir einen „Geheimweg“, der uns von einem Kindergeburtstag in eine Art Schlucht zwischen Hochhäuser führt. Vor vielen Jahren fuhr hier eine Eisenbahn. Iztok heisst das Viertel, was soviel wie Morgenröte bedeutet. Es war einst der östlichste bebaute Punkt von Sofia. Überall singen Vögel in der Dämmerung. Es ist sonst ganz still, wie im Gebirge. Irgendwo in der Ferne reflektiert Licht in der oberen Etage eines Plattenbaus. Jetzt rennt meine Tochter zurück zu den anderen Kindern. Die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen werden ausgepustet.