Alino


In einer Decke eingewickelt wartet Ivan auf Kundschaft. Entlang der Strasse nach Samokow, ca. 40 Kilometer von Sofia entfernt, bieten heute viele Bauern Kartoffeln an. Manche erwarten heute noch Schnee. Ganz in der Nähe, an einer Graspiste, schaut ein Pilot mit seinen zwei Hunden in den Himmel und fragt mich, ob ich russisch spreche. „Wenn die Wolken steigen, dann kann ich fliegen“ erzählt er mir in englisch. Über dem Dorf Alino kreiste gestern sein Flugzeug. In Alino wohnten einst über tausend Menschen. Heute leben dort noch zweihundert vor allem ältere Menschen. Die anderen sind nach Sofia oder ins Ausland gezogen. An vielen Gartentoren hängen schwarze Schleifen und Fotos, die an die verstorbenen Bewohner der Häuser erinnern. Ein Hund begleitet mich durchs Dorf bis zum Spielplatz ins Zentrum, das fast ausgestorben scheint. Erst vor Kurzem sind eine neue Rutsche und eine Schaukel aufgestellt worden.

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